Bundespolizeiseelsorge evangelisch

Ich kann nicht mehr ...

Das sagt man nicht nur auf einer anstrengenden Tour. So denkt auch jemand, dem die Belastungen und Erwartungen im Dienst zu hoch werden. Oder eine Familie, der in den letzten Monaten Kinderbetreuung und Homeoffice über den Kopf gewachsen sind. Oder einer, dessen Glaube einmal lebendig angefangen hat, der aber inzwischen nicht nur am Leben, sondern auch an Gott zu zweifeln beginnt. Oder eine, die eine neue, große Herausforderung zu bewältigen hat.

Die „Ich-kann-nicht-mehr-Erfahrung“ hat viele Gesichter und Facetten. Auch Elia hat sie erlebt. Ein Spitzenprophet Gottes, unterwegs mit einem Spezialauftrag. Eigentlich ziemlich erfolgreich – und dann auf einmal fertig und ausgebrannt. Doch als er so unter einem Strauch in der Wüste hockt, schickt Gott ihm einen Mutmacher: „Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (1.Könige 19,7)

Ich finde es immer toll, wie sanft und sensibel Gott da vorgeht. Ohne Durchhalteparolen oder Kommandos. Er geht ein auf das, was Elia gerade jetzt braucht: „Steh auf und iss!“ Auch kein himmlisches Red Bull, sondern geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser - elementare Lebens-Mittel. Und nach dieser stillen Begegnung mit Gott, nach der Nahrung für den Körper und dem Ausruhen für die Seele ging es weiter. So viel Geduld hatte Gott mit Elia. Und so viel Geduld und Ermutigung hat Gott auch für uns – egal welche weiten Wege wir diesen Monat vor uns haben oder was uns herausfordert!

(Ingo W. Zwinkau, Bundespolizei-Oberpfarrer in München)

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