Bundespolizeiseelsorge evangelisch

Restlichtverstärker für die Seele (Bundespolizeipfarrer Tobias Gentsch AS BPOLD Stuttgart

Die meisten Nachtsichtgeräte funktionieren als s.g. Restlichtverstärker. 
Mit Hilfe einer Elektronenröhre verstärkt dieser das in der Nacht noch vorhandene natürliche Licht von Sternen oder Mond. Der Name erklärt unmissverständlich die Funktion: Restlicht wird verstärkt. Diese technische Wirkweise spricht mich als Seelsorger auf einer ganz anderen Ebene an. 

Wahrscheinlich kennt jeder Mensch Lebensphasen, in denen man das Gefühl hat, aus dem Tritt zu kommen. Der Alltag kann dunkel werden. Wer oder was kann helfen, wenn man auf solchen herausfordernden Wegstrecken unterwegs ist? Aus therapeutischen Zusammenhängen kennt man verschiedene Methoden, die je nach Problemstellung helfen. Auf einen Restlichtverstärker für den täglichen Gebrauch, nicht nur in Krisenzeiten, will ich hinweisen. 

Dieser Restlichtverstärker heißt Dankbarkeit. Das Schöne an der Dankbarkeit ist, sie ist leicht, man braucht weder Tasche noch Batterie, sie kann jeder Zeit mitgeführt werden. Übrigens ist Dankbarkeit nicht mit der rosaroten Brille zu verwechseln! Ohne Missstände schön zu reden, kann eine dankbare Grundeinstellung helfen manches auszuhalten. So fällt es leichter, sich im Dunkel werdenden Gelände zu orientieren. Im besten Fall geschieht in der Seele der Effekt eines Nachtsichtgerätes, das auch als Bildwandler bezeichnet wird. Die Perspektive wandelt sich und klart auf. Wahrscheinlich ist es bei der Dankbarkeit jedoch wie beim technischen Pendant. Übung im Umgang erhöht die Wirkung in Phasen, wenn es darauf ankommt.

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