Bundespolizeiseelsorge evangelisch

Engel am Jahresbeginn - noch zeitgemäss? (Pfarrer Dr. Freimut Schirrmacher (BPOLD BP)

Der Beginn eines neuen Jahres lässt einen innehalten und überlegen, wie wir diesen Weg unter dem Schutz Gottes gehen können. Oft ist dabei von den Engeln die Rede. Aber ist es noch zeitgemäß von Engeln zu sprechen? Dass es Engel geben soll, ist ja keinesfalls selbstverständlich – schließlich glauben Juden, Christen und Muslime ausdrücklich an einen Gott und nicht an eine Unzahl von Gottheiten. Im gesamten Orient war man eine Vielzahl von Gottheiten gewohnt, die zT. unterschiedliche Wirkungen ausstrahlten. Ist das mit den Engeln nun doch wieder eine Art Vielgötterei quasi "durch die Hintertüre"? Nein, im alten Israel war man immer sehr kritisch gegenüber allem, was die Einzigkeit Gottes stören könnte. Sie verbürgt ja auch die Einheit der Wirklichkeit. Engel sind aberdennoch verständlich: als Wirkungsweisen Gottes, als konkrete Umsetzungen seines Willens. Sie machen den abstrakten Gott, der anders ist als seine Schöpfung, konkerter. Darum ist es richtig, dass wir mit Engeln rechnen. Schutz, Unterstützung, Deutungen und Ausdruck der Freude darüber werden durch Engel in das Leben hinein erfahrbar und anschaulich. Wenn Menschen mit Engeln rechen, bewirkt das immer Veränderung: ein wenig werden sie dann auch selbst in diese Haltung hineingenommen. Warum nicht am Beginn eines Jahres? 

© Copyright 2023 Evangelische Seelsorge in der Bundespolizei