Bundespolizeiseelsorge evangelisch

Zeit für das Wesentliche?!

Jeder Beruf hat seine eigene Sprache, seinen eigenen Code, seine eigenen „Geheimnisse“. Die Bundespolizei macht da keine Ausnahme. Für mich als „neuer“ Seelsorger war (und ist) es eine Herausforderung, die Inhalte hinter den Abkürzungen zu entdecken und zu verstehen. Die eigene Sprache im beruflichen Umfeld ist prägnant, genau definiert – und spart Zeit! So erübrigen sich lange Diskussionen über Sachverhalte. Mit zwei Sätzen (allerdings randvoll mit Abkürzungen!) ist alles geklärt.

Das ist sicher ein Gewinn: denn ich weiß: mein Gegenüber versteht „blind“, was ich meine. Eine kurze Chiffre steht für einen komplexen Sachverhalt. Hinter einem Kürzel verbirgt sich deutlich mehr, als die eigentlichen Worte aussagen.

Diese Sprachfunktion ist wichtig: sie schafft als gemeinsame Sprache eine gute Grundlage für eine sichere und effiziente Zusammenarbeit. Wir können mit einer Zunge reden – auch nach „außen“.

Und: wir sparen Zeit. Wenn nicht alles langatmig erklärt werden muss, dann entstehen Zeitfenster für ein Gespräch, für eine ehrliche Nachfrage nach dem Wohlbefinden, für echte (An-)Teilnahme am Leben des Anderen. Und diese Zeiten des Gesprächs sind wichtig –immer dann, wenn Menschen einander begegnen. Sparen Sie Zeit durch prägnante und exakte Sprache – und nutzen Sie dann diese Zeit für das Wesentliche: für ein Gespräch, das mehr ist als die Übermittlung von Informationen!

(Pfarrer Thomas Gregorius, Bundespolizeidirektion Sankt Augustin)