Bundespolizeiseelsorge evangelisch

Erinnerung an das Gute ...

Ich hatte eine gute Dienstzeit“ sagte neulich ein Kollege, als er in den Ruhestand verabschiedet wurde. „Meine Arbeit hab ich gern gemacht, ich hatte Dienstorte, die für mich gepasst haben und meistens tolle Kollegen. Dafür bin ich sehr dankbar und zufrieden.“ Und weil er mit allem so zufrieden sei, wolle er auch nichts sich für sich, sondern seinen Dank mit anderen teilen und bat bei einer fröhlichen Abschiedsfeier um Spenden für eine Stiftung für Polizeiangehörige.

Schön, wenn jemand zu so einen dankbaren Rückblick findet! Natürlich ist in unserem Leben und Dienst nicht immer alles gut, gelungen und ganz passend. Aber entscheidend ist doch: worauf schauen wir zurück und was bestimmt unsere Gedanken und nimmt unser Herz gefangen? Ärger und Kritik wachsen schnell; Fehler und Schuld; Defizite oder Verletzungen drängen sich auf. Der Blick auf das Gute fällt oft viel schwerer.

Doch genau das kann unser Denken und Leben verändern. Das wusste auch David – von ihm ist in der Bibel ein dankbares Gebet überliefert: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (Psalm 103) Auch wenn nicht immer und überall alles rund läuft: die Erinnerung an das Gute tut gut!

(Ingo Zwinkau, Bundespolizei-Oberpfarrer in München)