Bundespolizeiseelsorge evangelisch

Perspektivenwechsel

Geht es Ihnen am Ende dieses Jahres auch so? Die Bilder vom brennenden Amazonas sind kaum in den Hintergrund getreten, da schrecken die Bilder von den verheerenden Wald- und Busch-bränden in Australien auf; Greta Thunberg hat es geschafft, eine ganze Welt wachzurütteln angesichts der wohl nicht mehr aufzuhaltenden Klimakatastrophe. Und dann die vielen Konflikte auf der Welt: Immer wieder der Nahe Osten, Syrien, Palästina, Israel.
Während ich dies schreibe, wer-den wieder Dutzende von Raketen aus dem Gazastreifen auf jüdische Siedlungen und Städte abgeschossen.
Alles scheint so hoffnungslos.
Ich erinnere mich an die Zeilen von Iris Macke, die mich im vergangenen Jahr in dem Jahr für Jahr erscheinenden Adventskalender „Andere Zeiten“ angesprochen haben und die so ganz meiner Stimmung entsprechen:

Perspektivenwechsel

Advent heißt Warten
Nein, die Wahrheit ist
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Ich glaube nicht
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass Gott fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Gott kommt auf die Erde!

Und nun lesen Sie den Text von unten nach oben!

Diese Zeilen haben mich getroffen, berührt, so sehr, dass ich sie mit Ihnen teilen möchte, denn ich bin sicher, dass in vielen Lebenslagen und Situationen ein Schritt zur Seite — ein Perspektivenwechsel helfen kann, die Dinge anders zu sehen und wahrzunehmen, vielleicht auch in dieser Advents- und Weihnachtszeit.

(Andreas Pohl, Bundespolizeipfarrer in Koblenz)